Covid-19 # Este 15. März – Wie lebt es sich in den eigenen 4 Wänden?

Coronavirus und der Alltag in Este/PD

Im Gegensatz zu vielen anderen genieße ich ein Stück im Freien und kann bei schönem Wetter gemütlich auf der Bank mich sonnen. Das macht den „Hausarreste“ ein wenig luftiger. Heute war ein fabelhafter Frühlingstag, mein Ringlottenbaum blüht bereits:

Zudem hab ich über die Dächer einen wunderbaren Ausblick auf das Schloss in Este und auf die Basilika Santa Maria delle Grazie.

Aber die Stimmung bleibt dennoch erdrückend. Alles ist geschlossen: Bars, Restaurants, Geschäfte, Einkaufszentren, öffentliche Parks. Nur noch Lebensmittelgeschäfte, Apotheken oder die mit wichtigen Bedarfsartikel haben noch die Rollläden oben. Und langsam langsam schließen auch Unternehmen, denn sie können den Arbeitnehmer nicht die notwendige Sicherheit bieten, die Ansteckungsgefahr ist hoch. Im Fernseher werden TV-Programme ohne Publikum gesendet, zum Beispiel „Italia’s Got Talent“, einfach skurril, wo im Hintergrund das Publikum jubelte, herrscht nun einsame Stille. Auch wurden letzte Woche noch Fußballspiele der Serie A hinter geschlossen Türen gespielt und live übertragen. Man hörte den Widerhall der Stimme der Trainer. Befremden und bizarr. Jedes Mal wenn die Werbung im TV jetzt läuft, kommt auch die Ansage, wie man sich jetzt zu verhalten hat: Hände öfters waschen, niemand die Hand geben, mindestens 1 Meter Abstand…

Este um 8:00 Uhr letzten Donnerstag. Hier steh ich normalerweise 10 Minuten im Stau und jetzt…

Freitagmorgen war ich einkaufen, gerüstet mit dem Formulare für die Eigenerklärung (Autodichiarazione – siehe unten), fuhr ich mit dem Auto zum Supermarkt. Beim ersten Supermarkt fand ich eine Schlange, so circa 15 Leute standen mit dem Einkaufswagen vor der Tür. Da bin ich kurzum zum Nächsten gefahren. Da waren wenig Leute, also musste ich nicht Schlange stehen. Seit Jahren gehe ich in diesem Supermarkt, aber plötzlich ist alles so fremd. Leute tragen Mundschutz, manche Latexhandschuhe, ich selbst atme flach, ja keinen tiefen Atemzug …, es sind mehr Leute da, als ich dachte. Hab den Einkaufswagen noch draußen so gut wie möglich desinfiziert, da wo alle die Hände geben. Hab Bekannte getroffen aber anstatt uns zu nähern, hielten wir Abstand. Ein paar Worte, ein Lächeln, in einem Kleid, das uns nicht passt. Ich wollt nur mehr raus aus dem Supermarkt, einfach nur raus! So schnell es nur ging, noch nie war ich so schnell an der Kassa. Und auch beim nächsten Einkauf wird das Gefühl nicht anders sein.

Die Eigenerklärung muss jeder mit dem Grund für das Verlassen der Wohnung für sich ausfüllen und bei sich tragen, sodass bei einer polizeilichen Kontrolle festgestellt wird, ob wir aus einem wirklichen notwendigen Grund uns außer Haus befinden. Man möchte, denkt, dass keiner so blöd und unverantwortlich ist und einfach nur so aus dem Haus geht. Tja, dem ist leider nicht so. Immer wieder hört man im TV, das wieder einige Personen angezeigt wurden. Es sind immer noch viel zu viel Leute auf den Straßen. Hier in meinem Stadtviertel ist es relativ ruhig.

Das Bild auf den Straßen #tuttoandràbene

Auf den Balkonen hängen improvisierte bunten schönen Schildern, meist von Kindern gemalt mit der Aufschrift #tuttoandràbene #alleswirdgut! Diese sind hier von meinem Stadtviertel in Este.

#iorestoacasa # ichbleibezuhause

4 Gedanken zu “Covid-19 # Este 15. März – Wie lebt es sich in den eigenen 4 Wänden?

      1. Hallo Mab, heißt Du so? tja, ich kann nicht zuhause bleiben, genau wie meine 2 Töchter und mein Mann auch nicht! Sie sind alle in der Krankenpflege tätig und ich in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger und psych Behinderung. Dazu kommt meine 93 jährige Mutter, die bei uns im Haushalt lebt….wir machen das Beste draus! Herzliche Grüße aus der noch nicht sehr verseuchten Eifel Sabine, paß auf Dich auf!

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      2. Hallo Sabine, mab ist Akronym meines Vornamens und Nachnamens. Die meisten nennen mich einfach Maggie. Ihr habt einen harten Job, danke dass ihr für andere hier seit. Aber passt auf euch auf! Wir haben leider viele Tote auch im sanitären Bereich. Herzliche Grüße aus Italien!

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