...im täglichen Leben

Festival di Sanremo 2. Abend

Auch Gestern wieder voller Saal im Teatro Ariston Sanremo. Der Abend hat sich mit einer Hommage für Monica Vitti eröffnet, die an diesem Tag verstorben ist. Monica Vitti war eine der größten italienischen Filmschauspielerinnen, die in jeder Rolle schlüpfen konnte. Markenzeichen war sicherlich ihre unverwechselbare Stimme.

Co-Moderatorin für diesen Abend ist die italienische Schauspielerin Lorena Cesarini.

Sie war an diesem Abend sichtlich nervös, anfangs hatte ich das Gefühl, dass ihre Stimme vor Aufregung zittert. Als bekannt wurde, dass sie als Co-Moderatorin bei dem Festival di Sanremo engagiert wird, kamen übers Netz so einige Gemeinheiten von sogenannten Haters. So z.B, dass sie sich es nicht verdiene, oder sie sei nur dort weil sie schwarz ist oder jetzt kommt die „extracomunitaria“ (Einwanderin aus einem Nicht-EU-Land). Dieser Ausdruck gilt in Italien gleich wie in Deutschland, wenn man jemand einfach als Ausländer beschimpft wird.

Auf diese Gemeinheiten hat sie reagiert, indem sie die Plattform von Sanremo genutzt hat und sich klar und deutlich über Rassismus ausgesprochen hat. Ein Monolog, der es in sich hatte, voller Emotionen mit klaren Argumenten. Sie hatte zudem auch einige Zeilen aus dem Buch „Il razzismo spiegato a mia figlia“ von Tahar Ben Jelloun gelesen. Der deutsche Titel dieses Buches ist „Papa, was ist ein Fremder?“.

Auftritt Checco Zalone

Ja, was kann man von ihm sagen? Er ist ein Multitalent: Schauspieler, Regisseur, Komiker, Showman, Musiker … Sein Auftritt begann von den billigen Zuschauerplätzen der Galerie des Theaters. Er fühlt sich wohl hier, er ist einer von ihnen, er liebt das Popolino (steht für das kleine Volk). Auf der Bühne bietet er eine Neuinterpretation des Märchens Aschenputtel. Aschenputtel ist ein Mann, der seinen Prinzen sucht. Mit dieser Wandlung des Märchens stellt sich der Entertainer klar gegen Homophobie.

Checco Zalone ist bekannt für seine scharfe Kritik und dass er sich kein Blatt vor den Mund nimmt. So nahm er die Figur des Trappers unter den Namen „Ragadi“ (medizinischer Begriff), der sich immer für zu wenig Geld beschwert, aufs Korn. Als Dott. Oronzo Carrisi der Virologe, gekleidet wie Albano Carrisi, belächelte er die heutige Figur des Virologen. Sehr besorgt, denn wenn die Pandemie vorbei ist, wird er der Virologe ohne Arbeit sein.

Gastauftritt von Laura Pausini

Auf der Bühne des Teatro Aristons aufzutreten ist immer wieder eine Aufregung, sagte Laura Pausini. Beim Festival di Sanremo dabei zu sein, ist für jeden Künstler immer eine Ehre.

Nach ihrer Musikeinlage „Scatola“ (ihr neuestes Lied) kam auch Mika (Liedermacher und Showman) auf die Bühne. Sie gaben ihr Bestes mit dem Song „I have a dream“ von Abba und zwischen den Musikern tauchte plötzlich Alessandro Cattelan (Radiosprecher und TV-Moderator) auf. Was mich neugierig machte, denn diese Kombination hat es noch nie gegeben. Amadeus klärte auf. Pausini, Mika und Cattelan werden den Eurovision Song Contest 2022 in Turin moderieren. 41 Länder werden teilnehmen und sie werden in Englisch moderieren. Sprachprobleme haben diese drei bestimmt nicht. Gestern fehlten genau 100 Tage zum Start. Von 10. bis 14. Mai findet der europäische Musikwettbewerb statt.

Zu Gast waren auch die beiden Schauspielerinnen Gaia Girace e Margherita Mazzucco, um auch die neuen Folgen der Serie „L´amica geniale“ zu promoten, eine Serie, die bereits einen weltweiten Erfolg erzielt hat.

Die Sänger im Rennen

Den ersten Auftritt machte Sangiovanni, gerade mal 18 jähre alt und hat bereits viele Fans. Auf meinem Blog in der Sparte Musik findet ihr einige Lieder von ihm. Seine Interpretation bei Sanremo fand ich persönlich gut und sein Lied gefällt mir.

Nächster im Rennen Giovanni Truppi, hat mir aber überhaupt nicht gefallen.

Le Vibrazioni, diese Band hat bereits 20 Jahre Karriere hinter sich. 2010 wurden von AC/CD gerufen, um ihr Konzert zu eröffnen. Leider war nach meiner Meinung der gestrige Auftritt misslungen, der Sänger traf einige Noten nicht. Vielleicht die Aufregung?

Nach 10 Jahren kam die Gewinnerin der 62. Ausgabe des Festivals zurück nach Sanremo. Emma will es sich noch mal beweisen.

Als 5. Sänger im Wettbewerb tritt Matteo Romano, 19 Jahre alt. Seine Karriere begann so als Spaß auf TikTok. Nicht schlecht, sein Lied gefällt mir persönlich sehr gut.

Der 6. Künstler war Iva Zanicchi, die bereits 3-mal in Sanremo gewonnen hat. Sie hat eine lange und erfolgreiche Karriere hinter sich, die Italiener lieben sie. Nach ihrer Interpretation bekam sie eine Standingovation für ihr Lebenswerk. Ihr Lied fand ich übrigens nicht schlecht.

Das Duo Ditonellapiaga und Rettore (auch sie hat bereits eine lange Musikkarriere hinter sich) brachte einen sehr lebhaften Song auf die Bühne. Zu diesen Noten lässt es sich tanzen. Gefällt mit 😃.

Nach 21 Jahren ist auch die Sängerin Elisa wieder auf der Bühne des Ariston. Damals, 2001, hatte sie mit dem Lied Luce (Tramonti a Nord Est) gewonnen.

9. Künstler im Rennen: Fabrizio Moro. Fand ich nicht besonders gut.

Tananai tritt als 10. Sänger auf. Ups,… er traf nicht alle Töne. Lied gefällt mir nicht.

11. Künstler war Irama. Letztes Jahr musste er inmitten der Vorbereitungen des Festivals in Quarantäne, da einer seiner Mitarbeiter positiv getestet wurde. Starkes Lied, gefällt mir gut, weiß aber nicht, ob es für den ersten Platz reicht.

Sänger Nummer 12: Aka 7even. Bekannt wurde er durch die Castingshow „Amici di Maria De Filippi“. Mir hat sein Lied gefallen.

Die Letzten des gestrigen Abends waren Highsnob & Hu. Auch dieses Lied gefällt mir, es geht unter der Haut.

Ein kurioses Wort zirkuliert auf der Bühne

Einige Künstler sprachen nach ihrem Auftritt das Wort „papalina“ aus. Was bedeutet dies? Was hat es auf sich? Das ist ein anderer Beitrag.

Und so hat die Presse gewählt:

Elisa, Mahmood & Blanco, La Rappresentante di Lista, Dargen D’Amico, Gianni Morandi, Emma, Ditonellapiaga e Rettore, Massimo Ranieri, Irama, Fabrizio Moro, Giovanni Truppi, Noemi, Sangiovanni, Michele Bravi, Rkomi, Achille Lauro feat. Harlem Gospel Choir, Matteo Romano, Highsnob & Hu, Giusy Ferreri, Iva Zanicchi, Aka 7even, Le Vibrazioni, Yuman, Tananai, Ana Mena.

Als Amadeus den Platz von Iva Zanicchi bekannt gab, wurde die Juri vom Publikum ausgepfiffen. Sichtlich waren sie mit dieser Wertung nicht einverstanden.

Dies ist aber nur das partielle Ranking, es fehlen noch die Stimmen des Publikums und die der Demoskopischen Juri.

Persönlich bin ich ja auch nicht einverstanden. Es ist eben sehr individuell, was einem gefällt oder nicht. Es ist bekannt, dass der Gewinner des Festivals nicht unbedingt derjenige sein wird, der dann auch am meisten Platten verkauft.

Auf Spotify steht in der Hitliste aktuell Mahmood und Blanco auf dem 1. Platz, gefolgt von Rkomi. Platz 3 La rappresentante di lista mit Rettore. Auf Platz 4 Dargen D´Amico, gefolgt von Achille Lauro.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.